Akkordstempeln an der „Brücke der Freundschaft“

Wie schon geschrieben, habe ich Vientiane, und somit Nordlaos, bereits hinter mir gelassen. Ganz ohne Kontakt mit den einheimischen Behörden ging es aber auch hier nicht. Die temporäre Einfuhrerlaubnis für Teammitglied Nr. 1 musste verlängert werden. Der Fakt an sich, dass der Fahrer ein Visum für 30 Tage bekommt, das Fahrzeug aber nur 15 Tage im Land bleiben darf, ist schon lustig. Zuständig für dieses Dokument ist der Zoll. Also stand ein Besuch der „Brücke der Freundschaft“ – Grenzübergang nach Thailand bei Vientiane – an. Nun habe ich ja schon erwähnt, dass die Uhren in Laos langsamer ticken. Nur diese Bürokraten ja, die stempeln so schnell, dass die KTM bereits des Landes verwiesen war, bevor ich überhaupt mein Anliegen erklären konnte. Sprich, der Beamte hat nicht verlängert, sondern seinen Exit-Stempel draufgedrückt. Herrlich! Aber hier lässt sich alles regeln und viele Stempel, und fünf Bürotüren später, war alles in schönster Ordnung.

Ganz in der Nähe sollte sich ein Buddha-Park befinden. Das passt doch ganz gut, dachte ich. Und wenn ich die ausgeschilderte Lehmpiste nehme, liegt er quasi auf dem Weg.

Lehre des Tages:
Befahre nach einem Dauerregentag NIE eine Dir unbekannte Lehmpiste, Frank!

Mit dem kompletten Gepäck. Auf Serienbereifung. Und ganz wichtig, mit randvoll gekippten Tanks. Während ich so von Schlammloch zu Schlammloch schlingerte, musste ich wirklich über meine eigene Dummheit lachen. Das war ein Spaß. Den Buddha-Park habe ich übrigens auch nicht gesehen. Irgendwo im Nirgendwo gabelte sich der Weg, kein Schild, Nichts weit und breit. Da habe ich anscheinend die falsche Wahl getroffen. Zur Strafe bzw. um das neu erworbene Wissen zu festigen, durfte ich die KTM zwei Tage später mit der Hand waschen.

Die ca. 700 Km in den Süden habe ich in zwei Etappen hinter mich gebracht. Das Ziel war Pakse und das Bolaven Plateau. Zentrallaos ist dadurch komplett unter den Tisch gefallen. Allerdings war die Landschaft dort auch alles andere als beindruckend. Flaches Land, geprägt durch extremen Holzeinschlag und leider nur wenig Aufforstung. Viele Straßenprojekte werden hier in Kooperation mit China abgewickelt. Die Rechnung begleicht Laos mit Holz.

Drei Tage verbrachte ich also in Pakse. Motorrad waschen, erholen und die Kaffeeplantagen auf dem benachbarten Hochplateau standen auf dem Plan. Das Plateau war zudem auch landschaftlich wieder ein Leckerbissen nach all den drögen Kilometern der Vortage. Die Stadt selbst ist voll von Touristen, da sie eine ausgezeichnete Zwischenstation, auf dem Weg zu den „Four Thousand Islands“ (Mekong) im äußersten Süden von Laos, ist. Zum Abend hat man sich auf einen „Sundowner“ in den unzähligen Restaurants am Mekong getroffen, den Sonnenuntergang genossen, und Traveller-Latein ausgetauscht.

 

 

Und wie geht es weiter? Meine nächste Station sind natürlich auch die 4000 Inseln im Mekong. Und am Wochenende heißt es Abschiednehmen von Laos und ab nach Kambodscha.

Sabai Dee!

Icke

4 Gedanken zu „Akkordstempeln an der „Brücke der Freundschaft“

  1. Sorry, aber hier muss jetzt der Standard gehalten werden. Eine Fastausweisung von Teammitglied Nr.1 oder eine wackelige Lehmfahrt holt doch keinen Leser mehr hinter dem Ofen vor (wortwörtlich!).

    Mehr Blechschäden oder vielleicht mal ein totes Huhn könnten die Leserzahl stabilisieren.

  2. Bürokratie in Deutschland ist dagegen fast lächerlich, nette Erfahrungen, die du so sammeln kannst und du wirst gelassenen alles hier in Europa ertragen können, hi, hi….
    Sind froh, dass du den Buddhapark nicht noch suchst, wirst noch genügend Buddhas bestaunen können.Viel Spaß weiterhin auch in Kambodscha.
    Freuen uns schon auf die nächsten Berichte und Bilder – C+K.

  3. Moin Fraenki,

    Nun will ich nach knapp 6 Wochen auch mal meinen Senf hin zu geben. Hab mir endlich mal ausfuehrlich deine Berichte eingeholfen – kommen wieder ’ne Menge Erinnerungen hoch. Scheint sich ja einiges gtean zu haben in Laos. OK, verwundert nicht wirklich.
    Hab auch schoen geschmunzelt und mir auf n Pansen gehauen. Vor allem die grinsende Minibusfahrerin vs. Fraenki. Da muss die Ruekchand ja mal kurz in der Hosentasche gezuckt haben. Aber Ende gut alles gut und BSP von Luang Prabang-Ausbau haste auch wieder gesteigert.
    Ich denke mal, dass dir momentan der Schweiss beim Beer Lao kippen in die K** – aehm – hinunterfliesst. Freu mich auf jeden Fall auf die naechsten Berichte und Wiedersehen in hier in Shanghai. Weiter gut Grip – Enne

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