Der lange Weg nach Taftan

Na ja, zuallererst musste ich es von Islamabad nach Quetta schaffen. Die 1500 km habe ich in drei Etappen runtergerissen. Zentralpakistan ist unglaublich heiß, flach und landschaftlich nicht sehr abwechslungsreich. Und mein Hintern schmerzt immer noch. Ich habe übrigens einen Motorradfahrenden Kollegen, der darüber nur lachen wird. Nach einem späten Frühstück in Berlin trinkt er bei Sonnenuntergang einen Mokka am Bosporus. Jedenfalls kommt es mir so vor. Und von Schmerzen im Hintern habe ich ihn auch noch nie reden hören. Keine Ahnung, wie er das macht. Aber zurück zum Thema. Der lange Weg nach Taftan weiterlesen

Wer hat den Schönsten…

Der pakistanische Trucker ist ein großer Ästet, wenn es um die künstlerische Aus- und Umgestaltung seiner Laster geht. Lkws, wie wir sie aus der Heimat kennen, gibt es hier nicht. In solch ein schmuckloses, uniformes Gerät würde sich hier kein Trucker setzen. So ein Lkw ist erst nach Jahren fertig, wenn es diesen Zustand überhaupt gibt. Man muss generell zwischen zwei Arten vom Lastwagen unterscheiden. Zum einen gibt es die Alten, mit der langen Schnauze, welche viel Platz für Verzierungen bietet, und es fahren hier Lkws neuerer Baujahre rum, bei denen etwas getrickst werden musste, um Platz für den ganzen Schnickschnack zu schaffen. Hier mal ein kurzer Überblick, was auf den Straßen in Pakistan so rumrollt.
Wer hat den Schönsten… weiterlesen

Vom Indus-Tal nach Islamabad

Um es gleich vorwegzusagen, auf einer Reise durch Pakistan kann man Islamabad getrost auslassen. Die Stadt wurde auf dem Reißbrett entworfen und Mitte des letzten Jahrhunderts gebaut. Quadratisch, praktisch, gut, steht sie da, hat null Charme und natürlich keine Historie. Die Straßen sind durchnummeriert und es gibt die eine oder andere Avenue. Wenigstens ist dadurch die Orientierung relativ einfach. Eine Sehenswürdigkeit gibt es aber dennoch. Eine der größten Moscheen Asiens steht in Islamabad. Vom Indus-Tal nach Islamabad weiterlesen

Unterwegs auf dem Karakorum-Highway

In Pakistan angekommen, habe ich erst einmal drei Tage Station in dem 9 Mio. Städtchen Lahore gemacht. Ich wollte mich mit dem Land vertraut machen, über das es in den heimischen Medien so gut wie keine positiven Nachrichten gibt. „Reisen ist der Tod für Vorurteile.“ Irgendwo habe ich dieses Zitat einmal gelesen. Ich weiß weder, ob ich es richtig wiedergegeben habe, noch von wem es stammt. Ich bin nicht schwer vorurteilsbeladen nach Pakistan gekommen, aber frei von Selbigen war ich definitiv auch nicht. Unterwegs auf dem Karakorum-Highway weiterlesen

Goodbye India!

Nach 4 Wochen Indien ist mir klar, warum Yoga gerade hier erfunden wurde. Die Hektik und der Lärm in diesem Land lassen einen des Öfteren an seine Grenzen stoßen. Und auch die Inder sind davon nicht frei. Ich habe selten so viele offen ausgetragene Konflikte zwischen Händlern, Rikschafahrern und sonst wem in einem Land gesehen. Ich spreche hier natürlich nur über meine Erfahrungen mit dem äußersten Nordwesten von diesem riesigen Subkontinent. 4000 km bin ich mit dem Motorrad durch Indien gefahren. Wenn ich mir die besuchten Regionen auf einer Indienkarte anschaue, habe ich lediglich 1/10 des Landes gesehen. Goodbye India! weiterlesen

Berge, Täler und viele Inder auf Urlaub

Die letzten anderthalb Wochen habe ich in den Bergen verbracht. Raus aus dem heißen und staubigen Rajasthan hinein in die kühle und frische Bergwelt von Himachal Pradesh. Mit dieser Idee war ich leider nicht allein. Von den 1,2 Mrd. Indern waren gefühlte 1 Mrd. in den Bergen. Pünktlich mit meinem Eintreffen begann die Hochsaison mit allen bekannten Nebenwirkungen. Stau auf Bergstraßen, ausgebuchte Hotels und überfüllte Restaurants. Die tägliche Suche nach einer Unterkunft war ziemlich nervenaufreibend und endete nicht selten in überteuerten und richtig schlechten Absteigen. Dafür wurde ich allerdings von der Natur jeden Tag aufs Neue entschädigt. Und sobald ich die touristischen Hauptrouten verlassen hatte, war ich wieder allein auf der Straße.  Berge, Täler und viele Inder auf Urlaub weiterlesen

Hitze, Ratten und Kamele

Wenn ich nicht aufpasse, wird das hier noch ein Heinz Sielmann Blog. Aber was soll ich tun, wenn mir andauernd Tiere über den Weg laufen. Auf dem Weg in den Norden habe ich Station in Bikaner gemacht. Eigentlich ein Nest, in dem ich nur eine Nacht verbringen wollte, um am nächsten Tag weiter in Richtung indisches Himalaya zu ziehen. Beim Lesen im Reiseführer entdeckte ich aber doch zwei Gründe für einen verlängerten Aufenthalt. 30 km südlich von Bikaner befindet sich eine, selbst für indische Verhältnisse, etwas bizarre Sehenswürdigkeit. Der „Karni Mata Tempel“. Ein Tempel voller Ratten. Hitze, Ratten und Kamele weiterlesen

Wassermangel am Taj Mahal

Es gibt genau ein Motiv, dass man haben muss, wenn man das Taj Mahal besucht. Die Frontale bei Sonnenaufgang, oder von mir aus auch bei Sonnenuntergang, und das Taj, spiegelt sich im Wasser der Parkkanäle im Vordergrund. Auf jeder Postkarte ist genau dieses Motiv. Ich habe es nicht. Nicht, weil ich es nicht zum Sonnenaufgang zum Taj Mahal geschafft habe. Nein, es war wieder mal Weckerstellen angesagt, um 05:45 Uhr pünktlich am Einlass zu erscheinen. Alles lief nach Plan. Die Sonne war da, ich war da, wenige Leute waren da, das Taj war sowieso da, nur das Wasser war weg. Warum die Parkverwaltung das Wasser aus den Kanälen abgelassen hat, bleibt ein Rätsel. Das Gemurre unter den Touristen war auch ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse eindeutig. Pech gehabt. Ob nun mit Wasser oder ohne – ein beeindruckendes Monument ist es wirklich und auf jeden Fall ein Muss. Wassermangel am Taj Mahal weiterlesen

Die indische Bürokratie

Nach mehr als einer Woche Sightseeing in Delhi waren alle nennenswerten Sehenswürdig-keiten besichtigt und mir ging die Geduld aus. Ich brauchte meine Ersatzteile. Ich wollte zurück auf die Straße und nicht noch zwei weitere Wochen warten. Unzählige Telefonate, mit meist frustrierendem Ende, hatte ich geführt, um endlich herauszubekommen, wo sich mein Paket befindet. Im „Foreign Post Office – New Dehli“. Hier laufen alle Sendungen aus dem Ausland ein und werden von Zoll begutachtet und bewertet. Also nichts wie hin da. Die indische Bürokratie weiterlesen

Willkommen in Indien!

Als Indienreisender ist man voll gefordert. Land und Leute tauchen den Besucher in ein Wechselbad der Gefühle. Die Bandbreite reicht von „Wundervoll!“ bis „Jetzt muss ich sterben!“. Der Gefühlswechsel von einem Ende der Skala zum Anderen vollzieht sich meist innerhalb von Sekunden. Indien ist laut, hektisch und anstrengend und im nächsten Moment leise, erholsam und entspannend. Und gerade denkt man noch: „Ach, das ist aber schön hier!“, wird man auch schon von einem Tuk-Tuk angefahren, oder irgendetwas anderes passiert.  Kulturschock? Nein, Kathmandu und Nepals Süden waren ein gutes Warm-up. Willkommen in Indien! weiterlesen